2002

Auftakt: Gründung der PwC-Stiftung

Als Bundespräsident Johannes Rau 2004 auf der Tagung „Kinder zum Olymp!“ der Kulturstiftung der Länder in Leipzig den mit 100.000 Euro dotierten "Zukunftspreis Jugendkultur" der PwC-Stiftung überreichte, war ein erster Meilenstein in ihrer noch jungen Geschichte erreicht. Innerhalb eines Jahres hat sich die Initiative der Führungskräfte der PwC Deutsche Revision AG in der Kulturszene einen guten Namen gemacht und bundesweit Beachtung erzielt. 24 Projekte hat sie in 2003 mit rund 700.000 Euro gefördert und sechs mit dem Zukunftspreis besonders gewürdigt.

Dabei fing alles ganz klein an. Die Gründung einer Stiftung keimte in einer E-Mail, in der der ehemalige Vorstandssprecher der PwC Deutsche Revision AG und nachmalige Gründungsvorstand der PwC-Stiftung Prof. Rolf Windmöller, im November 2001 alle Mitarbeiter in Deutschland nach ihrem gesellschaftlichen Engagement befragte. Die Idee, vereinzelte Initiativen zu bündeln, gründete auf der tiefen Überzeugung, dass auch Wirtschaftsunternehmen Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen haben. „Der Wert eines Unternehmens wird nicht nur an nüchternen Ergebniszahlen gemessen, sondern auch an weichen Faktoren wie der Kompetenz der Mitarbeiter, ihrer Erfahrung oder eben an ihrem öffentlichen Engagement“, so Windmöller. 

Die Resonanz auf die E-Mail zeigte, dass die PwC Deutsche Revision AG und ihre Mitarbeiter der gesellschaftlichen Verantwortung bereits durch viele unterschiedliche Beiträge wie Spenden, Mitgliedschaften oder Patenschaften gerecht wurden. Nun galt es, das soziale Engagement zu fokussieren und öffentlich erkennbar zu machen – in Form einer Stiftung. Der Vorstand gab dafür im Juli 2002 mit Zustimmung des Aufsichtsrates grünes Licht. Die Stiftung sollte die Themen „Jugend – Bildung – Kultur“ abdecken. Der Grund: Erst im Jahre 2000 hatte die OECD die Ergebnisse ihrer ersten internationalen Schulleistungsstudie ("PISA-Studie") veröffentlicht, eine Analyse schulischer Lernergebnisse aus 31 Ländern. Wider Erwarten lagen die Leistungen deutscher Schülerinnen und Schüler - insbesondere im Bereich Lesekompetenz - unter dem OECD-Durchschnitt. „Unsere Initiative soll vor allem das kulturelle Potenzial, das in jungen Menschen steckt, aufdecken und nachhaltige Projekte, die dieses Ziel auf innovative und kreative Weise verfolgen, unterstützen“, gab Prof. Windmöller den Weg vor. Mehr Chancengleichheit, Ausbau kultureller und interkultureller Fähigkeiten sowie die Förderung von Netzwerkaktivitäten waren weitere Ziele, die erreicht werden sollten.

Offiziell errichtet wurde die PwC-Stiftung dann fünf Monate später als Treuhandstiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. In den Vorstand der PwC-Stiftung wurden die Unternehmensvorstände Prof. Rolf Windmöller und Dr. Burkhard Hense berufen sowie Rechtsanwältin Evelin Manteuffel als Vertreterin des Stifterverbandes gewählt. Partner, Prokuristen und Pensionäre der PwC Deutsche Revision AG sowie das Unternehmen selbst engagierten sich als Gründungsstifter, um eine solide finanzielle Plattform zu schaffen. In der Anfangsphase war die Stiftung bereits mit einem Kapital von 7,5 Millionen Euro ausgestattet – deutlich mehr, als man erwartet hatte. Ein kleines Team mit Projektleiter Dr. Klaus-Ulrich Moeller, Marion von Manteuffel und Sonia Jiménez Encabo machte sich fortan daran, die Stiftungsarbeit ins Rollen zu bringen. Früh zeigten erste interne und externe Reaktionen, dass die Stiftung auf dem richtigen Weg war. „An den Anfragen nach Förderung, die uns erreichten, sahen wir, dass die Grundidee der Stiftung, nämlich die Unterstützung von Projekten im Bereich Jugend, Bildung und Kultur, auf eine ungeheuer starke Nachfrage stieß“, so Dr. Klaus-Ulrich Moeller. Und es wurde deutlich: Es gab viele gute und innovative Ideen, die allein aus Budgetgründen nicht realisiert oder langfristig umgesetzt werden konnten. Das hat sich, betrachtet man allein die Basisförderung, bislang in 24 Fällen geändert, wo sich Kinder- und Jugendinitiativen nun mithilfe der Stiftung entfalten können. Was klein anfing, ist also mittlerweile zu einer großen Sache geworden - ganz im Sinne von Jugend, Bildung und Kultur.

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Credits

Bilder: Archiv PwC-Stiftung

Textgrundlage: Jahresbericht der PwC-Stiftung 2003 (S. 13-14)